Titelbild einer Informationsbroschüre der Caritas in NRW zu Pflegereform / © Caritas im Bistum Aachen

Infobroschüre 2016

So funktioniert die Pflegereform

Zum 1. Januar 2017 greift die größte Reform der Pflegeversicherung seit ihrer Einführung. Für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen gibt es viele Verbesserungen. Mit einer Broschüre informiert die Caritas in NRW über den neuen Plegebedürftigkeitsbegriff, das neue Begutachtungsverfahren und die Überleitung in die Pflegegrade. mehr

Frieda, der Hase und Hugo, das Rentier  / Sozialer Dienst - St. Teresa

Der Weihnachtshase Frieda sorgte für Unterhaltung

Unter dem Titel „Der Weihnachtshase“ fand ein klassisches Konzert mit Gedichten und Geschichten rund um die Bräuche in der Weihnachtszeit statt. Im Rahmen des Europäischen Klassikfestivals werden Aufführungen im Ruhrgebiet finanziert, um auch pflegebedürftigen Menschen die Teilhabe an kulturellen Veranstaltungen zu ermöglichen. mehr

Die Organisatorinnen und eine Delegation der Kinder aus der Haniel-Siedlung überreichen 500,00 € an Thomas Evers, den Leiter des Kinderdorfes / Dieter Bergermann

Kinderdorf

Spende aus der Haniel Siedlung

Traditionell sammeln die Kinder der Hanielsiedlung am Martinsfest für die Kinder des Caritas-Kinderdorfes. mehr

Heilige Familie / Sigrid Hovestadt - Caritasverband Bottrop

St. Teresa

Krippenlandschaft

Eine Krippenlandschaft ganz besonderer Art ist ab sofort im Seniorenzentrum St. Teresa zu sehen. Lassen Sie sich überraschen! mehr

St. Teresa

Tannenbaumpaten -
St. Teresa ist dabei!

Einen der 50 Weihnachtsbäume in der Innenstadt von Bottrop schmücken in diesem Jahr die Senioren aus St. Teresa. mehr

Bewohnerbeirat St. Teresa / Caritasverband Bottrop - Brigitte Küpper

St. Teresa

Neuer Bewohnerbeirat

Alles zwei Jahre wird der Beirat von den Bewohnern neu gewählt; dies fand turnusgemäß am 27. Juli 2017 statt. mehr

Der Chor vor Alpenkulisse / Euphonia

St. Teresa

Konzert von Euphonia erfreute die Senioren

Unter der Leitung von Frau Otzisk präsentierte der Chor den Bewohner im Seniorenzentrum St. Teresa ein breites musikalisches Spektrum von Oper, Operette, Musical, Kirchenmusik bis hin zum Schlager. mehr

Die Klassensprecher der 10b überreichen die Spende an die Verantwortlichen des Seniorenzentrums St. Teresa / Caritasverband Bottrop - Sigrid Hovestadt

St. Teresa

Spende aus Sponsorenlauf überreicht

Weil die Klasse 10b der August Everding Realschule bei dem Sponsorenlauf im März die zweitgrößte Summe erlaufen hatte, durften sie stellvertretend für alle teilgenommenen Klassen die Spende überreichen. mehr

Lorenz Werthmann Haus

Neuer Bewohnerbeirat

Alles zwei Jahre wird der Beirat von den Bewohnern neu gewählt; dies fand turnusgemäß am 1. Juni 2017 statt. mehr

Positionen und Stellungnahmen der Caritas

Gesamtverband

Mitarbeitervertretung neu gewählt

Am 5. April wählten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Caritasverbandes Bottrop eine neue Mitarbeitervertretung (MAV). mehr

Jugendliche aus dem Freundeskreis mit Kindern und dem Heimleiter Thomas Evers bei der Spendenübergabe / Caritasverband Bottrop - Sigrid Hovestadt

Kinderdorf

Wichteln für das Kinderdorf

Traditionell wurde in dem Freundeskreis vor Weihnachten „gewichtelt“. D.h. jeder der 16 Jugendlichen sucht nach einem passenden Geschenk in Höhe von 5,00 €, um damit einem aus der Gruppe eine Freude zu machen. mehr

an jedes Kind wurde gedacht - bei der Geschenke-Spendenübergabe / Sigrid Hovestadt - Caritasverband Bottrop

Kinderdorf

Wünsche werden erfüllt

Im CentrO in Oberhausen stand in der Adventszeit ein Wunschweihnachtsbaum. Die 58 Kinder und Jugendlichen des Caritas-Kinderdorfes „Am Köllnischen Wald“ durften ihre Wünsche auf Karten schreiben und diese an den Baum hängen. mehr

Die Kinder klettern begeistert  / Kinderdorf - Caritasverband Bottrop

Kinderdorf

Der Niedrigseilgarten ist pünktlich zum Weihnachtsfest fertig

Endlich ist es so weit - der Niedrigseilgarten ist zum Klettern freigegeben mehr

Der Jäger erläutert den Kindern die heimischen Tierarten / Dennis Kirsten - Kinderdorf

Kinderdorf

Natur on Tour im Kinderdorf

Heimische Tier- und Vogelarten lebensecht zu sehen, war für viele Kinder ein nachhaltiges Erlebnis. mehr

Das Zupforchester Kirchhellen / Regina Fuhrberg

Haus St. Johannes

Konzert im Haus St. Johannes

Viel Freude brachte das Konzert des Zupforchesters Kirchhellen den Seniorinnen und Senioren des Hauses St. Johannes. mehr

Gesetz trifft Leben

Pflegereform

Statt drei Pflegestufen künftig fünf Pflegegrade

Drei Frauen gehen spazieren.Mit umfangreichen Reformen will die Bundesregierung die Pflege stärken.Deutscher Caritasverband e.V./KNA

Die gute Nachricht: Kein Pflegebedürftiger wird durch das neue Gesetz schlechtergestellt. Bei der Überleitung von Pflegestufen auf Pflegegrade gibt es Bestandsschutz.

Die mit den Pflegestärkungsgesetzen eingeleitete Neuausrichtung der Pflegeversicherung hat vor allem ein Ziel: die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz und psychischen Beeinträchtigungen stärker zu berücksichtigen und denen von Menschen mit körperlichen Einschränkungen gleichzustellen.

Die wichtigsten Änderungen

  • Statt bisher drei Pflegestufen gibt es künftig fünf Pflegegrade.
  • Dem Gesetz liegt ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff zugrunde, der sich nicht mehr vorwiegend auf körperliche Einschränkungen bezieht.
  • Ein neues Begutachtungssystem wird zur Ermittlung des Pflegebedarfs eingeführt.

Infografik zum PflegestärkungsgesetzDeutscher Caritasverband e. V.

Anders als bisher wird nicht mehr der Zeitaufwand in Minuten gemessen, der für bestimmte Verrichtungen nötig ist, um daraus eine Pflegestufe abzuleiten. Begutachtet wird stattdessen, wie stark die Alltagskompetenz einer Person eingeschränkt ist, also wie selbstständig oder unselbstständig jemand ist. Die Frage lautet: Was kann der betreffende Mensch? Was braucht er, um (selbstständig) sein Leben zu regeln? Dazu zählen neben elementaren Dingen wie Körperpflege oder Essen und Trinken auch die zeitliche Orientierung oder die Aufrechterhaltung sozialer Kontakte.

Also: Je stärker die Selbstständigkeit beeinträchtigt ist, desto größer ist der Bedarf an personeller Hilfe. Pflegebedürftige werden so schon früher Hilfe und Unterstützung bekommen. So hatte beispielsweise bisher der alleinige Bedarf an hauswirtschaftlicher Unterstützung keine Bedeutung für die Eingruppierung in eine Pflegestufe. Jetzt jedoch sind Hilfen zum Erhalt der Selbstständigkeit und zum Erhalt von Fähigkeiten zentral. Entscheidend ist der Grad der Einschränkung und nicht der Grund dafür.

Sechs Bereiche der Selbstständigkeit

Es ist der Grad der Selbstständigkeit, der entscheidet, welchen Pflegegrad jemand bekommt. Er wird festgemacht an sechs Lebensbereichen, die prozentual mittels eines Punktesystems betrachtet und gewichtet werden:

  • Mobilität (z.B. Treppensteigen, Fortbewegen in der Wohnung)
  • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten (z.B. zeitliche Orientierung, Vergesslichkeit)
  • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen (z.B. nächtliche Unruhe, aggressives Verhalten, Depression)
  • Selbstversorgung (z.B. Ernährung, Körperpflege)
  • Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit krankheits- und therapiebedingten Anforderungen und Belastungen (z.B. Medikamenteneinnahme, eigenständige Organisation von Arztbesuchen)
  • Gestaltung des Alltagslebens und soziale Kontakte (z.B. den Tagesablauf selbst gestalten, Verabredungen treffen)

Infografik zum PflegestärkungsgesetzDeutscher Caritasverband e. V.

Weitere Fragen zu den neuen Regelungen in der Pflegeversicherung

Wie beantrage ich eine Begutachtung der Pflegebedürftigkeit und wie funktioniert sie?

Einfach bei der Krankenkasse anrufen. Diese schickt dann die entsprechenden Formulare zu. Die Gutachten und die Zuordnung zu einem der fünf Pflegegrade nimmt für Menschen, die in der gesetzlichen Pflegeversicherung versichert sind, der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) vor, bei knappschaftlich Versicherten der Sozialmedizinische Dienst (SMD). Zu privat Kranken- oder Pflegeversicherten kommt jedoch ein(e) Gutachter(in) der MEDICPROOF GmbH.

Auf der Grundlage des Gutachtens legen die Kassen den Pflegegrad fest. Der Versicherte erhält auf Wunsch das Gutachten.

Was passiert, wenn ich schon Leistungen aus der Pflegeversicherung beziehe, also in eine bestimmte Pflegestufe eingestuft bin?

Die Umstellung auf einen der fünf Pflegegrade wird für alle Versicherten, die schon Leistungen bekommen, automatisch vorgenommen. Pflegebedürftige werden in den Pflegegrad übergeleitet, der ihrer Pflegestufe entspricht. Es ist kein neuer Antrag auf Begutachtung notwendig. Alle, die bereits Leistungen von der Pflegeversicherung bekommen, erhalten diese auch weiterhin mindestens in gleichem Umfang wie bisher. Viele bekommen aber einiges mehr als vorher.

Wie läuft die automatische Überleitung von Stufen in Grade ab?

In der Regel gilt die Formel: Menschen mit körperlicher Einschränkung kommen von ihrer Pflegestufe in den nächsthöheren Pflegegrad (Beispiel: Aus Pflegestufe I wird Pflegegrad 2 und aus Pflegestufe III wird Pflegegrad 4).

Menschen mit demenziellen Einschränkungen werden in den übernächsten Pflegegrad überführt (aus Pflegestufe 0 wird Pflegegrad 2 oder aus Pflegestufe I wird Pflegegrad 3). 

Dies betrifft aber nur pflegebedürftige demenziell Erkrankte, die in der gesetzlichen Pflegeversicherung versichert sind. Für Menschen, die Hilfe zur Pflege aus der Sozialversicherung erhalten, ist im Entwurf des Pflegestärkungsgesetzes III nur ein einfacher Stufensprung bei demenzieller oder psychischer Einschränkung vorgesehen (also von Pflegestufe 0 in Pflegegrad 1). Hier wird noch verhandelt.

Wie hoch sind die Leistungen der Pflegeversicherung ab 2017?

Für die fünf Pflegegrade gilt:

Pflegegrad 1
Geldleistung ambulant: 125 Euro
Sachleistung ambulant: 0,00 Euro
Leistungsbetrag stationär: 125 Euro

Pflegegrad 2
Geldleistung ambulant: 316 Euro
Sachleistung ambulant: 689 Euro
Leistungsbetrag stationär: 770 Euro

Pflegegrad 3
Geldleistung ambulant: 545 Euro
Sachleistung ambulant: 1.298 Euro
Leistungsbetrag stationär: 1.262 Euro

Pflegegrad 4
Geldleistung ambulant: 728 Euro
Sachleistung ambulant: 1.612 Euro
Leistungsbetrag stationär: 1.775 Euro

Pflegegrad 5
Geldleistung ambulant: 901 Euro
Sachleistung ambulant: 1.995 Euro
Leistungsbetrag stationär: 2.005 Euro.

Geldleistung ambulant: Kann in Anspruch genommen werden, wenn Angehörige oder Ehrenamtliche die Pflege im häuslichen Umfeld übernehmen. Das Geld kann mit ambulanten Pflegesachleistungen kombiniert werden.

Sachleistung ambulant: Betrag für Leistungen, die ein professioneller Pflegedienst im häuslichen Umfeld erbringt.

Leistungsbetrag stationär: Betrag, mit dem Pflegebedürftige, die in einem Pflegeheim leben, unterstützt werden.

Was ist sonst noch neu?

  • Der Beitragssatz für die Pflegeversicherung steigt ab Januar 2017 um 0,2 Prozentpunkte auf 2,55 Prozent (bzw. auf 2,8 Prozent für Kinderlose). Durch die neue Gesetzeslage sollen mittelfristig bis zu 500.000 Menschen mehr durch die Pflegeversicherung unterstützt werden. Insgesamt stehen ab 2017 fünf Milliarden Euro zusätzlich pro Jahr für Pflegeleistungen zur Verfügung.
  • Pflegebedürftige, die in stationären Einrichtungen leben, müssen schon immer einen Eigenanteil übernehmen. Dieser stieg bisher an, wenn eine höhere Pflegestufe festgestellt wurde. Daher haben viele Bewohner(innen) in der Vergangenheit vermieden, eine höhere Pflegestufe zu beantragen, auch wenn dies sinnvoll gewesen wäre.
    Damit ist jetzt Schluss: Der Eigenanteil in stationären Einrichtungen wird ab Januar 2017 für die Pflegegrade 2 bis 5 einheitlich festgeschrieben.
  • Künftig sind stationäre Einrichtungen wie Pflegeheime dazu verpflichtet, zusätzliche Betreuungsangebote sicherzustellen. Deren Ziel ist die Aktivierung der Bewohner(innen). Finanziert werden die Angebote durch die Pflegeversicherung.
  • Wird in einem Monat keine ambulante Pflegesachleistung in Anspruch genommen, kann der Leistungsbetrag für niedrigschwellige Entlastungsangebote eingesetzt werden, wie etwa für eine Begleitung zum Einkauf oder ins Theater.
  • Pflegende Angehörige sind nun besser versichert. Sie können, wenn sie sich wegen der Pflege nach den Regelungen des Pflegezeitgesetzes vollständig von der Arbeit freistellen lassen, Zuschüsse zur Kranken- und Pflegeversicherung bekommen.

Bisherige Leistungen der Pflegeversicherung wird es auch weiterhin geben, wie etwa Zuschüsse für den barrierefreien Umbau der Wohnung (bis zu 4000 Euro pro Maßnahme), Hilfsmittel für die Pflege und das Recht auf Pflegeberatung. Dies gilt ab Pflegegrad 1. 

Die Berater(innen) der Pflegeversicherung oder die Pflegestützpunkte in Wohnortnähe helfen dabei weiter – hier finden Sie Ansprechpartner(innen) bei der Caritas sowie die Online-Beratung der Caritas zum Thema Leben im Alter). Die Pflegeprofis sehen, was nötig ist, und können sagen, ob im jeweiligen Fall eher Geld- oder Sachleistungen oder eine Kombination aus beiden sinnvoll sind, um gute Pflege zu gewährleisten.

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Wer bekommt welchen Pflegegrad?