URL: www.caritas-bottrop.de/aktuelles/presseberichte/presse/100-jahre-caritasverband-bottrop-c729b72a-6bad-40b1-af6b-99272a2c3955
Stand: 02.03.2017

Pressemitteilung

100 Jahre Caritasverband Bottrop

Aufruf zur Gründungsversammlung

"Möge die Saat, die hier gelegt wurde, reiche Früchte tragen!", das sagte Pfarrer Bernhard Hülshorst am Tag der Gründung des örtlichen Karitasverbandes, damals noch in der Schreibweise mit "K". Nach 100 Jahren ist festzustellen, dass diese Saat tatsächlich aufgegangen ist.

Das frühere Caritas-Sekretariat und seit 1951 offiziell "Caritasverband für die Stadt Bottrop e.V." hat sich in den 100 Jahren zu einem Sozialunternehmen entwickelt. Als Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche beschäftigt der Caritasverband heute mehr als 770 hauptamtliche und ca. 400 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Einrichtungen der offenen und stationären Altenhilfe, der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe und in den Beratungsdiensten. Was damals wie heute gleichermaßen Bestand hat, ist die christliche Nächstenliebe mit der den Menschen in den Einrichtungen und Beratungsstellen begegnet wird. "Wir nehmen Menschen an, wie sie sind", dieser Satz aus dem Caritas-Leitbild ist und war der Maßstab allen Handelns. Die Caritas setzt sich dafür ein, dass jeder Mensch in jeder Lebensphase Achtung und Würde erwarten darf. Im Jahr 2018 waren es ca. 10.000 Menschen in Bottrop, die in unterschiedlicher Weise Leistungen des Caritasverbandes erhielten. 

In all den Jahren waren die Aufgaben des Verbandes einem stetigen Wandel unterworfen, dies stellt gleichzeitig ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Veränderungen dar. Der Caritasverband hat sich immer den Bedarfen der Menschen gestellt und neue Angebote entwickelt, z.B. bei der Zuwanderung von Flüchtlingen 2015. "Not sehen und handeln", so lautet der Grundsatz, der damals wie heute Gültigkeit hat.

Die Gründung des Caritasverbandes fiel in die Zeit nach dem ersten Weltkrieg, in der viele Familien unter ärmlichen Bedingungen lebten. Als Tätigkeitsschwerpunkte sind dokumentiert: Kinder- und Müttererholungsfürsorge, Suchtkrankenfürsorge ("Trinkerfürsorge"), Stellenvermittlung und Kontaktpflege mit ausgewanderten bzw. neu zugezogenen Bottropern. 

Auch der zweite Weltkrieg hatte große Armut für die Menschen gebracht. Der Caritasverband übernahm die Verteilung der Lebensmittel an Bedürftige, dazu gehörten auch die "Care-Pakete" aus den USA. In dieser Zeit wurden erholungsbedürftige und untergewichtige Mütter und Kinder ins Münsterland verschickt und später auch in die Schweiz und nach Spanien. Familien wurden in den Kriegswirren und durch Flucht und Vertreibung getrennt. Hier half der Caritasverband bei der Familienzusammenführung und beteiligte sich am Suchdienst. 

Sr. Marianne mit drei Jungen bei der Abreise zur KindererholungsmaßnahmeSr. Marianne verabschiedet Kinder, die zu einer Erholungsmaßnahme abreisen, um 1950Ernst Günther Schweizer

Die Zechen begannen nach dem Krieg wieder "auf vollen Touren" zu fördern und benötigten Nachwuchs. Der Bergmannsberuf wurde ein Lehrberuf und Lehrlinge wurden angeworben. Es kamen Jungen aus Bayern, der Eifel, aus Niedersachsen. Der Caritasverband übernahm 1949 die Trägerschaft des ersten Berglehrlingsheims in Bottrop-Ebel in Kooperation mit der Rheinstahl-Bergbau AG. 1951 baute der Caritasverband ein eigenes Berglehrlingsheim "St. Georg am Ehrenplatz". 1952 wurde direkt daneben ein Bergknappenheim gegründet, da die Lehrlinge nach Beendigung ihrer Lehre das Lehrlingsheim verlassen mussten. Die Erziehungsaufgabe der noch jungen Menschen konnte so fortgesetzt werden.

In Kürze wird hier ein Überblick der gesamten Chronik aus 100 Jahren veröffentlicht.

 

 



Download

Veranstaltungen anlässlich des 100-jährigen Caritas-Jubiläums

Copyright: © caritas  2019