CariFair – „Zuhause gut und sicher betreut“

Eine ältere Dame mit ihrer Haushaltshilfe

Seit einigen Jahren arbeitet der Caritasverband Bottrop im Projekt "CariFair" mit und unterstützt und begleitet Familien in Bottrop, Gladbeck und Gelsenkirchen bei der legalen Beschäftigung polnischer Betreuungskräfte.

CariFair bietet ein rundum sicheres und qualitativ gutes Angebot für die Betreuung zuhause.

Dieses wird zum einen durch die konzeptionellen Vorgaben und die fachliche und persönliche Begleitung aller Beteiligten vor Ort gewährleistet. Zum anderen werden die interessierten Arbeitskräfte durch polnische Caritasverbände geschult und auf ihren Einsatz in Deutschland vorbereitet.

Schon zu Beginn des Prozesses der Arbeitsvermittlung wird in einem persönlichen Gespräch der jeweilige Betreuungsbedarf und die Anforderungen an die Betreuungskraft genau ermittelt. Aufgrund dieser Angaben schlägt eine Koordinatorin aus Polen eine geeignete Person vor. Die polnisch sprachige Koordinatorin der Caritas Bottrop nimmt zu ihr einen telefonischen Erstkontakt auf und schlägt danach die Betreuungskraft der Familie vor.

Wer ist Arbeitgeber und was ist alles zu berücksichtigen?

Das Arbeitsverhältnis wird zwischen dem Pflegebedürftigen und der polnischen Betreuungskraft geschlossen.

Die Finanzierung orientiert sich an den Grundlagen des geltenden deutschen Rechts. So wird die Betreuungskraft entsprechend des Tarifs zwischen dem deutschen Hausfrauen-Bund und der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten bezahlt. Dazu kommen die Arbeitgeberanteile an den Sozialversicherungsbeiträgen (Kranken-, Pflege- Renten- und Arbeitslosenversicherung) sowie einmalige An- und Abreisekosten für die Hilfe. Die Unterkunft in Form eines eigenen Zimmers und Verpflegung werden in der Regel kostenlos gestellt.

Einsatz nur in Verbindung mit Caritas: Die Betreuungskräfte werden nur bei Pflegebedürftigen eingesetzt, die von einer Caritas Sozialstation beraten, begleitet oder ambulant gepflegt werden. Somit besteht während des Einsatzes der Betreuungskraft eine Verpflichtung zur Abrufung eines wöchentlichen Pflegesachleistungseinsatzes. Damit ist der Schutz des Pflegebedürftigen durch die Beteiligung einer Pflegefachkraft bei der Pflege und Betreuung in der Zusammenarbeit mit der Haushaltshilfe in der häuslichen Umgebung sichergestellt.

Wie sieht die weitere Unterstützung durch die Caritas aus?

Nach Entscheidung für eine zukünftige Beschäftigung wird die Betreuungskraft nach Ankunft in Deutschland von der Koordinatorin in die Familie gebracht und erste Absprachen getroffen. Ferner erfolgt eine Unterstützung beim Abschluss des Arbeitsvertrages und bei der Organisation der Formalitäten, wie zum Beispiel die Beantragung einer Betriebsnummer für den Arbeitgeber, der Anmeldungen bei der Unfallkasse, der Krankenkasse und dem Einwohnermeldeamt. Regelmäßig und in geeigneter Weise werden durch die Koordinatorin die Arbeitsergebnisse und Arbeitsbedingungen überprüft. Darüber hinaus steht die Koordinatorin zu festen Zeiten bei auftretenden Fragen und eventuellen Problemen sowohl der Familie als auch der Betreuungskraft zur Verfügung. Je nach gewünschtem Betreuungszeitraum oder Betreuungsmodell wird bei der Gewinnung einer weiteren Betreuungskraft geholfen. Auf Wunsch kann auch die Gehaltsabrechnung vom Caritasverband übernommen werden. Auch die Abmeldeformalitäten bei Beendigung eines Einsatzes übernimmt die Caritas.

Was wird von der Betreuungskraft geleistet?

Die Betreuungskraft übernimmt im Haushalt des zu Betreuenden vielfältige Tätigkeiten. So gehören unter anderem die hauswirtschaftlichen Tätigkeiten - wie kochen, einkaufen, waschen, reinigen der Wohnung und die Kleintierversorgung dazu. Ebenso gehört der Bereich der aktivierenden Unterstützung und Betreuung, wie zum Beispiel spazieren gehen, die Mobilitätsförderung, die Kommunikation und gemeinsame Aktivitäten in und außerhalb der Wohnung dazu. Die individuelle Betreuung geschieht nach Wünschen und Interessen des Betreuten. Auch leichte pflegerische Hilfestellungen wie Hilfen beim An- und Auskleiden und der Essensaufnahme sowie bei der Körperpflege und den Toilettengängen und die „Rufbereitschaft“ während der Nacht - regelmäßige Nachtarbeit nur nach Einzelabsprache – sind Aufgaben der Betreuungskraft.

Die Durchführung von medizinischen Pflegetätigkeiten, wie das Spritzen oder einen Verbandswechsel sind der Betreuungskraft aufgrund arbeitsrechtlicher Vorschriften nicht erlaubt. Hierfür stehen die Pflegefachkräfte der Caritas Sozialstation zur Verfügung.

Was ist noch zu berücksichtigen?

Die Betreuungskraft kann grundsätzlich keine „Rund um die Uhr – Versorgung“ erbringen. In  den Zeiten, in denen die Hilfe frei hat – wie zum Beispiel an ihrem freien Tag oder einem freien Nachmittag – muss die Versorgung und Betreuung des Pflegebedürftigen durch Angehörige oder sonstige Versorgungsstrukturen sichergestellt werden. Darüber hinaus ist rechtzeitig die Vertretungssituation während des Urlaubs der Betreuungskraft durch die Angehörigen zu planen und zu regeln. Die Caritas hilft auf Wunsch dabei.

Welche Kosten entstehen monatlich?

Der Bruttolohn in Nordrhein-Westfalen für eine Betreuungskraft beträgt z. Z. 1.701,00 €. Dazu kommt ein Arbeitgeberanteil an den Sozialversicherungsbeiträgen von ca. 400,00 €.

Für die Beratung und Begleitung durch die Caritas werden im ersten Monat 550,00 € und ab dem zweiten Monat 110,00 € berechnet. Außerhalb von Bottrop werden je Hausbesuch eine zusätzliche Aufwandsentschädigung von 50,00 € und Fahrtkosten in Höhe von 0,62 € / km berechnet.  

Falls gewünscht, kann die Gehaltsberechnung und das Abführen der Sozialabgaben sowie der Lohnsteuer über die Caritas für monatlich 29,75 € erfolgen.

Zusätzlich sind Kosten für die Unfallversicherung - in Nordrhein-Westfalen - von derzeit ca. 25,00 € / jährlich und An- und Abreisekosten der Betreuungskraft von ca. 120,00 - 180,00 € zu berücksichtigen.

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