Seit über 60 Jahren Herz und Seele von St. Teresa
Seit mehr als 60 Jahren prägen die Ordensschwestern das Leben in unserer Senioreneinrichtung St. Teresa - mit ihrer Haltung, ihrer Spiritualität und ihrem unermüdlichen Einsatz für alte Menschen.
Am 27. Januar gedenken die "Kleinen Schwestern der schutzlosen Alten" ihrer Ordensgründerin, der heiligen Teresa Jornet, die an diesem Tag im Jahr 1974 von Papst Paul VI. heiliggesprochen wurde.
Berufung kennt keine Grenzen
In den 1960er-Jahren kamen die ersten Schwestern nach Deutschland und nach Bottrop. Angefragt waren sie bereits vom damaligen Caritasdirektor Heinz-Gerd Rath. Erst durch die Kuba-Krise jedoch, aufgrund derer die Schwestern dort nicht mehr sicher waren, wurden personelle Ressourcen frei, sodass ein Einsatz im Ruhrgebiet möglich wurde.
Seitdem prägen die Ordensschwestern mit ihrer aufopfernden, liebevollen Pflege und ihrem besonderen Blick auf die Bedürfnisse alter Menschen die Atmosphäre in St. Teresa - bis heute.
"Ich hatte noch nie Schnee gesehen, als ich im Januar 1999 aus dem spanischen Murcia in Bottrop ankam", berichtet Schwester Catalina, Oberin der Ordensschwestern der "Kleinen Schwestern für die Armen und Verlassenen", die in der Senioreneinrichtung St. Teresa seit mehr als sechs Jahrzehnten wirken.
Der damals 32-jährigen jungen Frau fehlten vor allem die Sonne und natürlich ihre Familie und Freunde. Als die Generaloberin sie fragte, ob sie ins Ruhrgebiet nach Deutschland gehen würde, sagte sie: Ja, für drei Monate. Daraus wurden inzwischen 26 Jahre.
"Die Ankunft im Ruhrgebiet war ein Schock für mich. In Spanien leben die Menschen mehr draußen als drinnen, und die Sprachbarriere war auch ein großes Problem. Aber ich wurde so freundlich aufgenommen und ich wurde wirklich gebraucht. So konnte ich die anfänglichen Schwierigkeiten überwinden", erzählt sie lächelnd.
Wo ich helfen kann, ist meine Heimat
Schwester Carmen hat viele Jahre in Rom gelebt und gewirkt. Als sie 2014 gefragt wurde, ob sie nach Bottrop gehen möchte, war dies kein leichter Schritt. Wer diese außergewöhnliche Stadt kennt, ahnt, was es bedeutet, sie zu verlassen.
Schon mit elf Jahren besuchte sie das Internat des Ordens der "Kleinen Schwestern für die Armen und Verlassenen" und trat mit 17 Jahren dem Orden bei. Dem Ruf zu folgen, stand für sie nie infrage:
"Wo ich helfen kann, ist meine Heimat - ganz im Sinne der heiligen Teresa."
Gemeinsam unterwegs - Pilgern als Sinnbild des Alltags
Schwester Carmen, Pflegedienstleitung und sechs Jahre Oberin bis zum satzungsmäßigen Wechsel vor zwei Jahren, berichtet von einer besonderen Pilgerreise nach Rom mit leitenden Mitarbeitenden des Hauses. Die Reise wurde mit Unterstützung von ChatGPT geplant und hat den Zusammenhalt nachhaltig gestärkt.
"Pilger sind wir zusammen, nicht allein - das lässt sich wunderbar auf unseren Alltag übertragen. Unsere verschiedenen Wohnbereiche für die Bewohnerinnen und Bewohner sind keine Inseln, sondern Teile eines Ganzen", erläutert Schwester Carmen.
Die kleine Pilgergruppe aus Bottrop wandelte in der heiligen Stadt auf den Spuren von Petrus und Paulus, begegnete Papst Leo in der Generalaudienz und unternahm einen Tagesausflug nach Assisi. Die Bedeutung des Glaubens als Antrieb für das Wirken bei der Caritas beeindruckte dabei auch jene Teilnehmenden, die selbst nicht religiös sind.
Locker, modern und mitten im Leben
Für die Schwestern ist es keineswegs selbstverständlich, dass das Miteinander mit den "weltlichen" Kolleginnen und Kollegen so reibungslos und herzlich ist. In der Vergangenheit galten Ordensschwestern schließlich nicht selten als streng.
An Strenge denkt bei Schwester Catalina und ihren Mitschwestern heute jedoch niemand. Ob verkleidet beim Motto-Betriebsfest, beim Rikschafahren oder im ganz normalen Alltag - die Schwestern sind locker, modern, zugewandt und unkompliziert.
Eine besondere Wohngemeinschaft
Gemeinsam mit ihren Mitschwestern Eloisa und Anna leben Schwester Catalina und Schwester Carmen heute in einer Wohnung in unmittelbarer Nähe der Senioreneinrichtung St. Teresa.
Schwester Eloisa ist zwar längst im Ruhestand, kümmert sich jedoch weiterhin liebevoll um die Kapelle, die Gottesdienste, den Blumenschmuck und vieles mehr. Schwester Anna ist in Bottrop bekannt für die außergewöhnliche Krippe, die sie gemeinsam mit Schwester Eloisa jedes Jahr in St. Teresa aufbaut. Mit viel Geschick und Liebe zum Detail wird die Weihnachtsgeschichte in Miniaturform lebendig.
In der Wohngemeinschaft hat jede Schwester ein eigenes Zimmer mit Dusche. Gemeinsam nutzen sie ein Wohn- und ein Arbeitszimmer. Früher lebten die Schwestern sehr bescheiden in der Klausur und lehnten Renovierungen ab - das Geld sollte den alten Menschen zugutekommen.
Geduld, Engagement und ein starkes Miteinander
7,5 Jahre dauerten Neubau, Umbau, Anbau und Renovierung der Senioreneinrichtung St. Teresa - eine Zeit, die für alle Beteiligten immer wieder herausfordernd war. Die Schwestern begleiteten diesen Prozess geduldig, tatkräftig und in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Einrichtungsleitungen und Vorständen.
Barbara Klaus, die heutige Einrichtungsleitung, blickt dankbar auf diese Jahre zurück:
"Ohne die Schwestern wäre die Einrichtung nicht das, was sie heute ist."
Auch Caritasdirektor Dr. Andreas Trynogga betont die Bedeutung des Ordens für St. Teresa und würdigt ihr Engagement für die alten Menschen, ihre Angehörigen und die Mitarbeitenden:
"Die Schwestern prägen die Atmosphäre mit ihrer Menschlichkeit und Wärme und sind unverzichtbar."
Ein spanischer Garten - Sonne im Herzen
Dass die Mitarbeitenden von St. Teresa dies genauso sehen, zeigt ein besonderes Zeichen der Wertschätzung: Zu Ehren der Schwestern wurde im Innenhof der Senioreneinrichtung ein "Spanischer Garten" angelegt.
Mit viel Herz, Kreativität und Teamgeist gestalteten Mitarbeitende gemeinsam mit Bewohnerinnen und Bewohnern ein großes Wandmosaik mit Zitronenmotiv, pflanzten Oliven- und Orangenbäume und fertigten Schalen in liebevoller Mosaiktechnik an.
Hier scheint nun das ganze Jahr die Sonne - genau das, was die Schwestern antreibt. Sie wünschen sich Sonne im Herzen der alten Menschen, für die sie sich jeden Tag engagieren.